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Es wurden 3 Seiten zu „Tretjakow“ gefunden.

  • "Das Gespräch": Alexej Tretjakow in Jena. Laudatio 2012.

    „Das Gespräch“ ist nicht selber Fenster zu Gott, sondern es erzählt, daß durch die Ikonen der irdische Mensch mit dem übernatürlichen Gott in Verbindung tritt – gerade so wie hier der heilige Erzengel Michael offenbar mit seinem irdischen Gegenüber kommuniziert. Mehr noch: So, wie hier der Engel mit dem Menschen spricht, soll nach dem Verständnis von Alexej Tretjakow auch die Kunst überhaupt funktionieren: Als Angebot des Künstlers, mit den Menschen in einen Dialog zu treten. In einen ergebnisoffenen Dialog übrigens:

  • "Ansichten". Alexej Tretjakow in Jena. Laudatio 2015

    Die Betonung der Emotionalität darf nicht dazu verleiten, Tretjakow für einen unreflektierten Künstler zu halten. Tretjakow, der sich in seiner Heimat auch als Kurator und Nachwuchsförderer hervortut, verfaßt im Gegenteil sogar selbst kurze theoretische Texte, in denen er sich, für uns nachvollziehbar, über seine Sicht der europäischen Kunstgeschichte und der heutigen Möglichkeiten und Aufgaben der Bildenden Kunst Rechenschaft ablegt. So erfahren wir, daß Tretjakow in der entschlüsselbaren Abbildhaftigkeit, in der Interpretierbarkeit und dem Identifikationsangebot der Bilder die ursprüngliche Aufgabe der Kunst sieht.

  • Alexej Tretjakow in Jena. Laudatio 2025

    Indem Tretjakow in seinen schönen expressionistischen Stadtansichten Sichtbares wiedergibt, macht er sichtbar, was unsere Lebenswelt ist, oder auch ist: Nicht nur „Die Alte Wagnergasse“ mit Gruppen von Passanten zwischen den Blumenkübeln am Straßenrand, sondern eben auch die Blechlawinen, die unsere individuelle Mobilität garantieren sollen. Durch diese Malweise werden sie zur Normalität. Der traditionelle Duktus läßt hier keinen Raum für Gesellschaftskritik oder Klagen. Tretjakows tradierte Malweise entkommt der Nostalgie und schafft Zeitdokumente ohne erhobenen Zeigefinger.